Bürokratie und anderes

So lange wollte ich etwas schreiben und fand aber keine Worte. Also jetzt bin ich wieder zurück und habe viel Material zum Schreiben. Die Worte kommen auch wieder von selbst.

Mein Schatz teilt mir gerade mit, dass mein letzter Eintrag im Juni gewesen ist. Tja, manchmal braucht es eine kreative Pause. Also lasst euch erzählen, was in diesen Monaten alles geschehen ist:

Ich habe inzwischen den Führerschein umgeschrieben, bin also im Besitz eines italienischen Führerscheins. Der Weg dahin, war aber nicht wirklich ein Spaziergang, obwohl alle Menschen auf diesem Weg sehr nett und hilfreich waren. Zuerst war schon das Problem, dass man keinen Termin mehr per Telefon vereinbaren konnte und online nur mit Bürgerkarte oder Spid möglich war. Also die Bürgerkarte hatte ich ja schon, aber die hat nie so richtig gut funktioniert. Diesmal aber kam es wie es kommen musste: Stunden um Stunden Versuche und schließlich wurde alles gesperrt. Würde bedeuten, dass ich die Sanitätskarte neu beantragen müsste – und natürlich wieder warten müsste, oder ich versuche das mit dem Spid. Da hatte ich auch schon mal einen Anlauf genommen und wollte schon vorab online eine Anmeldung machen, was aber am österreichischen Pass scheiterte. Den hat mir das Portal nicht vorgeschlagen und dann auch nicht akzeptiert. So war ich schon etwas verzweifelt. Auf Facebook postete ich dieses Problem und erhielt prompt über eine pn einen guten Tipp: persönlich zur Post gehen, dann sei das problemlos. Ich war noch nicht sicher, da ich ja immer noch einen österreichischen Pass habe und den will ich ja auch behalten.

Also auf zum Postamt hier im Ort und siehe da: es ging alles schnell und problemlos. So kam ich mal zum Spid. Dann musste ich auch zum Amtsarzt und dieser musste ein Zeugnis ausstellen, dass ich für den Führerschein hier fahrtauglich bin. Auch das ging relativ problemlos, aber nicht kostenlos. Eine etwas seltsame Gepflogenheit hierbei: bestimmte Zahlungen MUSSTEN über die Post eingezahlt werden. Ging also nichts mit dem Bankkonto. Ich war immer mehr froh, dass ich noch keine Arbeit habe, denn man ist ganz schön beschäftigt….. Nachdem ich nun auch dieses Arztzeugnis in Händen hielt (wobei ich natürlich vorher Passfotos machen lassen musste – hätte ich fast vergessen zu erzählen), konnte ich einen Termin beim Führerscheinamt machen. Auch das gelang mir schließlich und ich hatte noch Glück, denn das Amt hatte ja lange geschlossen (für Parteienverkehr) und als ich den Termin machte, war es schon klar, dass das Amt ab der darauffolgenden Woche wieder geöffnet hatte.

Soweit so gut. Bekam also recht schnell einen Termin. Als ich dann meinen österreichischen Führerschein kopierte, ja ich habe sogar noch den „Rosa-Lappen“ gehabt, also noch kein Scheckkartenformat, da musste ich zu meinem Entsetzen feststellen, dass ich damals – vor Urzeiten, als ich mal geheiratet hatte – alles umschreiben ließ, außer meinem Führerschein. Aber wie werden die auf dem Amt reagieren, dass im Führerschein ein anderer Nachname steht als im Pass? Den österreichischen Führerschein musste ich erst abgeben, wenn ich den neuen Führerschein bekomme. Nun ja, es nutzte nichts mehr, hatte ja schon den Termin gemacht.

Am Amt war dann eine recht nette Frau, die mir die Möglichkeit gab, meine Geburtsurkunde per Mail zu schicken, um zu prüfen, ob ich in beiden Dokumenten die selbe Person bin. Seltsam war es schon als ich hinkam zum Amt, da ich zum ersten Mal mit Fiebermessen usw. konfrontiert war. Die Maskenpflicht war ich ja schon gewöhnt. Man spürte halt so richtig die Auswirkung der Vorsichtsmaßnahmen.

Alles in allem hatte ich also eine schöne Rennerei zu absolvieren. Die Ummeldung vom Auto war so ähnlich und das erzähl ich euch das nächste Mal. Inzwischen habe ich auch eine italienische Identitätskarte beantragt und erhalten. Diese gilt allerdings nur innerhalb Italiens, da ich ja keine italienische Staatsbürgerin bin. Durch die Probleme beim Portal des Spid, dachte ich mir, dass es wahrscheinlich doch besser ist, sich eine zu organisieren.

Über Covid-19 oder den Virus habe ich keine Lust mehr etwas zu berichten, da mir das alles inzwischen extrem auf den Zeiger geht. Ich freue mich viel mehr, über andere Themen im Leben zu berichten:

Der Herbst ist auch im Südtiroler Unterland eingezogen und die Bauern sind zur Zeit sehr beschäftigt. Die Ernte läuft auf hohen Touren. In den letzten Tagen sind die Temperaturen auch bei uns weit hinunter gerasselt, aber davor hatten wir es noch sehr warm.

So wünsch ich euch allen eine gute Zeit und viel Freude am Leben! Genießt den Herbst, in der die Natur Gottes in ihren schönsten Farben erstrahlt.

Sprachlos mit Schreibblockade

Zuerst möchte ich euch sagen, dass es uns allen gut geht. Kein Virus. Wir sind alle gesund. Was mich aber in letzter Zeit sehr beschäftigte, war diese Überflutung von Informationen zum Virus und darüber hinaus. Die Informationen waren manches Mal diametral entgegengesetzt als zu Beginn der Krise. Die Nachrichten über das Denunziantentum machte mich wahrhaftig vollkommen sprachlos. Wie ist das möglich? Die Angst in so manchem Gesicht, wenn man sich begegnete und das „Mit-dem-Finger-auf-andere-zeigen“ war nicht zu übersehen. Ich war manchmal wirklich erschrocken, dass sich Menschen mehr Gedanken um andere (im negativen Sinn) machten, als um sich selbst. „Die halten den Abstand aber auch nicht ein, gell!“ „Die Jugendlichen, schau mal, jetzt geben sie sogar die Maske runter!“ „Eine Frechheit, dass diese Frau keine Maske trägt!“ „Rücksichtslose Egoisten, die sich nicht an die Regeln halten!“ (Als ein Paar händchenhaltend vorüberschlendert!)

Ich war jetzt wirklich nicht so viel unterwegs, aber so hatte ich auch gar keine Lust dazu. Wir werden nicht nur vom Staat überwacht. Zumindest nicht nur von den staatlichen Organen. Ehrlich, DAS macht mich sprachlos. Ich bin sonst nicht auf den Mund gefallen, aber in diesen Situationen war ich einfach nur perplex. Mir wären diese Menschen nie aufgefallen, da ich davon ausgehe, dass die Leute schon selbst wissen, was für sie gut ist. Wir wissen ja auch nicht, warum jemand eine Maske nicht trägt. Das muss nicht sofort heißen, dass sie das einfach aus Trotz nicht tun. Vielleicht sind sie davon aus gesundheitlichen Gründen ausgenommen.

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Ein neuer Weg

Wir sind nun über sechs Wochen im Lockdown in Südtirol. Um die Zeit so gesund und produktiv zu verbringen, habe ich inzwischen eine Tischdecke gestickt, neue Rezepte probiert, viel geputzt und auch einiges an Körpertraining gemacht. Inzwischen gibt es auch einen Corona-Infizierten in meiner Verwandtschaft und meine Schwester – sie ist Krankenschwester – wird gerade getestet, da sie verdächtige Symptome aufweist. Wir sollten keine Angst haben, aber ich hoffe, dass meine Schwester negativ sein wird. Hier ist auch Gottvertrauen angesagt. Trotz aller Risiken, ist diese lange Zeit des Lockdowns wirklich problematisch. Nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Sicherheit der Demokratie, dem Frieden in den vier Wänden zuhause und auch für die psychische Gesundheit von vielen, vielen Menschen.

Wie kann man die Risiken der Ansteckung mit dem Virus gegen die anderen Risiken abwägen? Ehrlich, ich weiß es nicht mehr. Im Moment habe ich Bedenken, dass wir auf eine äußerst sensible Situation zugehen. Eine Situation, die eine große Chance, aber auch eine noch viel größere Krise als jetzt sein kann. Ich bin üblicherweise eine ausgeprägte Optimistin, eine Haltung, die mir schon oft auch Kritik einbrachte. So etwas wie, dass ich naiv sei, unkritisch und kindisch…. Tja, ich bin lieber Optimistin als Pessimistin, denn ich lebe damit weit gesünder und besser als die Pessimisten. Ich erwarte mir lieber nur das Beste, als das Schlechteste. In der jetzigen Situation bin ich aber nicht mehr so optimistisch als üblich. Es häufen sich Nachrichten, die mich mehr als bedenklich stimmen:

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Corona-Gedanken

Nein, meine Gedanken sind normalerweise nicht pathogen, also krankmachend oder gar ansteckend. Aber diese seltsame Zeit und die Entwicklungen in der Politik und Gesellschaft konnte ich gut beobachten, wie wir alle. Über Corona wissen wir wohl schon alle soviel, wie man eben als Normalsterblicher wissen kann. Es gibt nur noch ein Thema den ganzen Tag, als wäre das Leben im Lockdown nicht so schon langweilig genug.

Wir sollen sensibilisiert werden und das ist auch gut so. Doch was jetzt passiert, das nenn ich schon „Übersensibilisierung“ – soll heißen, dass ich langsam nichts mehr davon hören will. Es wird zu viel informiert. Vor allem werde ich langsam schon sehr irritiert, ob dieser verschiedenen, ja sogar diametral entgegengesetzten Expertenmeinungen. Ja, es gibt auch noch andere Experten, als jene, denen die Regierungen folgen. Jedenfalls wird es langsam echt heftig. Mal so, dann wieder so. Meine Gedanken zu meinen Beobachtungen möchte ich euch gerne mitteilen:

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Angebot zur Zusammenarbeit an alle Schriftsteller, Blogger und Texter.

Ein tolles Angebot von Schreibrausch.

Schreibrausch. Kreatives Schreiben

Solidarität in Zeiten der Corona

Auf dem Bild, das sind die Heinzelmännchen von Köln. Die kamen Nachts um Anderen zu helfen. Aber es gibt sie nicht mehr. Wir müssen uns gegenseitig helfen.

Es geht mir um den Grundgedanken des Internet und der Blogosphere:

Vernetzung

Davon können wir alle profitieren.

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Interviews

Jede und jeder, der im Bereich „Schriftsteller, Blogger und Texter“ postet kann seine Erfahrungen zu relevanten Themen auf meinem Blog in Form…

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Corona und Folgen

Es geht uns gut. Nein, wir sind noch alle gesund. Hier in Südtirol. In Italien. Ich weiß, dass es schockierend ist, wenn über 900 Menschen an einem Tag gestorben sind. Aber es geht uns gut. Ich habe hier alles, was ich brauche und liebe. Schön, nun stellt so Mancher fest, es ist nicht selbstverständlich, dass wir am Leben sind. Ich wusste das schon lange. Es kann so schnell gehen, dass jemand geht. Offenbar ist es manchen Menschen plötzlich in den Sinn gekommen, dass ich auch noch existiere. Seltsam. Da versuchte man über Jahre eine gewissen Verbindung zu behalten und stellt fest, dass das niemanden interessiert. Dann schließe ich ab. OK. Ich habe dann verstanden. Bin nicht der Mensch, der sich einem anderen aufdrängt. Du schaffst das nach einiger Zeit schon, dass ich verstehe, dass ich dir vollkommen am A… vorbei gehe. Also gecheckt. Es war für mich ok. Hatte vielleicht eine andere Vorstellung von Familie, wie andere Menschen, aber ich kann auch sehr viel akzeptieren.

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Das Leben in der Sperrzone

Die Maßnahmen wurden vorgestern Abend für ganz Italien – also auch für uns in Südtirol – verschärft. Wer regelmäßig die Nachrichten verfolgt, weiß das natürlich schon. Wie es sich anfühlt, wenn die Geschäfte und Bars etc. geschlossen werden, eine Selbsterklärung bei jeder Bewegung außerhalb des Hauses mitzuführen ist, wenn die Unsicherheit groß ist – „Darf man nun spazieren gehen oder doch nicht?“, dann ist das eine völlig andere Geschichte. Wir sind viel zuhause. Ich bin sehr bemüht, dass wir uns alle gesund ernähren und wir versuchen uns an die Vorgaben zu halten. Egal, ob wir es verstehen oder nicht.

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Plötzlich Sperrzone

Wie sicher alle inzwischen mitbekommen haben, hat sich Italien zur Schutzzone erklärt. Da sich auch Österreich nun daran macht, Verordnungen zu erlassen, die nur in Kriegs- bzw. Bürgerkriegszeiten denkbar sind, nennen wir das Kind doch beim Namen: Sperrzone. Ich war auf einem kurzen Aufenthalt in meiner alten Heimat, um bei meinem (Noch-) Leasingauto die vorgeschriebene Inspektion machen zu lassen und wollte am Mittwoch (also heute) wieder zurückfahren. Vorgestern abends dann (um ca. 22 Uhr!) erfahre ich über die Medien, dass Italien die Grenzen schließt. Punkt. Keine Aus- oder Einreise mehr möglich. Mein Schatz, seine Tochter und ich – wir waren total schockiert. Was soll ich jetzt machen? Das Auto mit Einkäufen voll (das mache ich immer so, da in Österreich viele Waren billiger sind und ich diese Gelegenheit nütze) und jetzt darf ich nicht mehr heimfahren? Es gab keine ordentliche Informationen zu finden. Eine Fahrt noch so spät kam für mich aber nicht in Frage, da ich schon müde war und sowieso ins Bett wollte. Also was tun? Nach einem Hin und Her kam ich zum Entschluss, dass ich es am nächsten Tag einfach probieren werde. Schließlich bin ich in Südtirol versichert und habe hier meinen Lebensmittelpunkt. Also alles absagen, was ich noch ausgemacht hatte (Freunde und Familienangehörige treffen usw.). Ich hatte nicht besonders gut geschlafen, aber ich machte noch meine letzten Erledigungen gestern und fuhr dann mit einer Selbsterklärung im Gepäck, die mir mein Schatz noch geschickt hatte, los.

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Rückblick 2019 und dann…

Ende des Jahres ist immer die Zeit der Rückblende, des Schauens und hin und wieder, des Erkennens. Besonders ist die Umstellung in das neue Umfeld in Südtirol. Nein, die Umstellung ist noch nicht vorbei. Das italienische Staatssystem und die Erkenntnis der anderen Arbeitsvoraussetzungen waren dieses Jahr maßgeblich für mich. Zum ersten Mal erlebte ich nicht nur das heimatliche Tirol im Süden, sondern auch Italien und das im Besonderen. Was es mit den Menschen macht, wie Südtiroler darauf reagieren, welche Strategien sie entwickelten und schließlich auch was es mit mir macht. All das war 2019! Und noch viel mehr.

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