Corona-Gedanken

Nein, meine Gedanken sind normalerweise nicht pathogen, also krankmachend oder gar ansteckend. Aber diese seltsame Zeit und die Entwicklungen in der Politik und Gesellschaft konnte ich gut beobachten, wie wir alle. Über Corona wissen wir wohl schon alle soviel, wie man eben als Normalsterblicher wissen kann. Es gibt nur noch ein Thema den ganzen Tag, als wäre das Leben im Lockdown nicht so schon langweilig genug.

Wir sollen sensibilisiert werden und das ist auch gut so. Doch was jetzt passiert, das nenn ich schon „Übersensibilisierung“ – soll heißen, dass ich langsam nichts mehr davon hören will. Es wird zu viel informiert. Vor allem werde ich langsam schon sehr irritiert, ob dieser verschiedenen, ja sogar diametral entgegengesetzten Expertenmeinungen. Ja, es gibt auch noch andere Experten, als jene, denen die Regierungen folgen. Jedenfalls wird es langsam echt heftig. Mal so, dann wieder so. Meine Gedanken zu meinen Beobachtungen möchte ich euch gerne mitteilen:

Was mich wirklich ernsthaft besorgt, das ist sicher nicht der Coronavirus, sondern die Entwicklung durch dieses Runterfahren der gesamten Gesellschaft. Hier in Südtirol ist nun das Militär, anscheinend vom Landeshauptmann selbst gerufen(!), das die Bürger kontrollieren soll. Wir werden mit Drohnen und Hubschrauber ebenfalls „beobachtet“. Google – Auswertung (!) der Bewegungsdaten sollen gezeigt haben, dass die Südtiroler sich großteils an die Verordnungen halten. All das, ehrlich: DAS macht mir sehr viel Angst. Corona hin oder her. Außerdem berichten schon einige Leute, dass sie äußerst unfreundlich behandelt werden vom Militär. Mal abgesehen davon, dass sie natürlich nicht deutsch sprechen. Höflichkeit ist offenbar in der Notverordnung auch aufgehoben worden.

Wer die Geschichte Südtirols kennt und weiß, dass wir hier eine österreichische Minderheit sind, die eine Autonomie garantiert bekommen haben, der weiß auch, warum dem so ist. Welche unglaublichen Unterdrückungen und Bösartigkeiten unsere ältere Generation vom Militär und der Militärpolizei (=Carabinieri) erleiden mussten! Wer diese Geschichte kennt, weiß genau, welche Assoziationen diese Militärpräsenz für viele in der Bevölkerung auslösen wird. All die Jahre, in welchen versucht wurde, dass die Sprachgruppen friedlich miteinander leben, könnten schon bald wieder umsonst gewesen sein. Wie kann ein Landeshauptmann, der ja selbst als Tiroler aufgewachsen ist, dieses Militär rufen? Wie kann das sein? Es ist wirklich schrecklich und ich bin wahrlich entsetzt.

Wir fühlen uns wieder besetzt. Fremdbeherrscht. Und das, obwohl sich die Leute hier eh an alles gehalten haben, was vorgegeben wurde. Ich hoffe und bete nur, dass der Landeshauptmann nicht später schwer bereut, was er getan hat! Es könnte ihm so gehen, wie dem Zauberlehrling von Goethe: [….]..Herr die Not ist groß! Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los…[…]

Beunruhigend ist auch, wie die Schuldzuweisungen aktiviert wurden. So wurde zuerst Italien verurteilt, dann Nordtirol und inzwischen werden schon Klagen gegen die Landesregierung von Nordtirol eingebracht. Gerade so, als hätte man in Nordtirol den Virus erfunden und mit Absicht Menschen infiziert. Es mutet wirklich gerade alles unglaublich grotesk an.

Das „Vernadern“ nimmt auch immer mehr zu, das heißt, dass viele Menschen sich gegenseitig denunzieren und die Polizei oft angerufen wird, weil angeblich die Vorgaben nicht eingehalten werden. Habe gerade dazu einen Bericht im Nordkurier (D) – Neubrandenburg gelesen. Diese Anschuldigungen sind meist nicht korrekt. Wie soll das weitergehen? Solidarität sieht für mich anders aus. Resultiert sicher aus der unglaublichen Panikmache der Politik und Medien.

Schon zu Beginn, ja noch vor dem Lockdown fiel mir auf, dass die Politiker immer gebetsmühlenartig wiederholten, dass man doch in keine Panik verfallen muss. Dies wurde ständig wiederholt. Was ich aber aus meiner Ausbildung im Sozialpädagogischen Bereich gelernt habe ist, dass genau diese Negation nicht gehört wird. Gehört wird eben nur „Panik“. Und es schien mir damals schon, dass es direkt ein Aufruf zur Panik werden wird. Menschen in Panik machen eben dumme Sachen. So wie wir das jetzt schon überall sehen können.

Ich hoffe nur, dass es noch genug demokratisch gebildete und vernunftbegabte Menschen gibt, die sich gegen diese unglaubliche Entwicklungen wehren werden. Sonst sehe ich die große Gefahr, dass die Regierungen in unseren Demokratien plötzlich „Blut“ gerochen haben und sie sehen ja jetzt schon, was alles machbar ist, wenn die Einwohner total eingeschüchtert sind. Man kann sie problemlos daheim isolieren und Grundrechte außer Kraft setzen ohne negative Konsequenzen. Ja, sie werden noch dafür bejubelt.

Glaubt jetzt bitte nicht, dass ich gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Zahl der Infizierten bin. Das will ich damit nicht sagen. Meine Frage ist nur: Wenn schon die überwiegende Mehrzahl der Menschen sich freiwillig und ohne Gegenwehr den Maßnahmen beugt, warum brauchts dann noch zusätzliche Überwachung? Warum irgendwelche Apps, die unsere Bewegungen verfolgen können. Ja, und da können sie mir noch 1000 mal sagen, dass diese App 100%ig datengesichert und anonym seien. Mag ja sein, dass dies jetzt so wäre, aber wir alle wissen, dass es nur ein kleiner Schritt zur Modifizierung ist und diese Sicherheit ganz schnell der Überwachung weicht. In Österreich wird gerade die App vom Roten Kreuz massiv beworben, dass es die Leute freiwillig herunterladen sollten.

Nein, mein Vertrauen in die Regierungen ist nun immer weniger geworden. Speziell hier in Südtirol bin ich in Alarmierung versetzt. Übertriebene Reaktionen der Finanzpolizei, wie vor kurzem noch berichtet wurde, die Geschäftsinhaber gestraft hatten, weil sie außer Lebensmittel nun auch ein Schulheft (!), oder gar eine Glühbirne(!) verkauften. Was soll das alles?

Wir dürfen hier das Haus nicht mehr verlassen ohne eine Eigenerklärung mitzuführen, die genau erklärt, warum wir das Haus verlassen haben. Wir dürfen die Wohngemeinde nicht mehr verlassen, außer es gibt einen dringenden medizinischen Notfall oder wir gehören zu den wenigen, die noch arbeiten müssen/dürfen. Wir dürfen nicht mehr spazieren gehen, maximal in der Nähe des Hauses in dem wir wohnen, was aber nicht näher bestimmt wurde. Wie weit darf ich gehen? 100 Meter, 200 Meter oder was? Ich habe von einer Person gelesen, die mit ihren Kindern seit vier Wochen in der Wohnung war und nur einmal hinter das Haus ging mit ihnen, um wenigstens ein bisschen frische Luft zu bekommen. Eine Militärstreife „erwischte“ sie und sie wurden vehement zurück getrieben. Nein, sie wurden zwar nicht gestraft, aber sie wurden zurück gescheucht, obwohl weit und breit sonst niemand da war.

Eine Frau die rausgegangen war, wurde ebenfalls äußerst aggressiv zurück gescheucht. Ja, sie hatte sogar richtig Angst, da die Hand des Soldaten immer an seiner Waffe war. Bitte wo sind wir denn gelandet hier? Müssen wir uns nun wirklich total fürchten, dass wir erschossen werden, wenn wir nur einmal ums Haus gegangen sind?

DAS macht mir Angst! Ich habe Angst vor dem Demokratieverlust. Verlust der Freiheitsrechte. Verlust von Errungenschaften, die unsere Vorfahren zum Teil mit dem Leben bezahlten. Ich habe Angst, dass ein politischer Führer die Gelegeneheit nützt, um einen totalitären Staat zu errichten. Siehe Ungarn! Corona? Was soll das bitte sein? Eine Bedrohung? Ich sehe ganz andere Bedrohungen.

Ich bete wirklich, dass wir diese Krise halbwegs überstehen und hier kann ich wirklich nur meine Hoffnung in Gott setzen, dass ER uns schützt. Dass wir wirklich ein „Nach-Corona“ haben, das lebenswert ist. Dass wir diese Krise auch als Chance ergreifen und wirklich solidarisch werden. Denn offenbar sind wirs noch nicht ausreichend geworden. Bitte hört auf, euch gegenseitig zu beobachten oder gar zu bespitzeln. Lasst nicht zu, dass die Angst euch zu kleinen Monstern macht. Verlasst euch auf die Exekutive, dass sie schon wissen, was zu tun ist, sollten wirklich Coronaparties stattfinden. Seid alle wohlwollend und vertrauend, dass der oder die Nachbarn sich schon bemühen, niemanden anzustecken oder angesteckt zu werden. Gebt allen einen Vertrauensvorschuss, denn wir sitzen alle im selben Boot.

Denn ich will nicht an einem Ort leben, wo ich mich erinnern muss, wen der Nachbar alles angezeigt hat. Ist nicht schön. Passt auf euch auf und lasst euch von solchen „Viren“ bitte nicht anstecken, sondern seid freundlich und fröhlich. Ein wenig misstraurisch darf man auch noch sein, wenn es um die Regierungen geht und wir sollten wirklich gesunden Hausverstand walten lassen. So wünsch ich uns allen, dass es bald vorbei geht und wir wirklich wieder in einer normalen, meinetwegen auch durchschnittlichen Demokratie aufwachen werden.

Schönen Frühling euch allen und lasst euch nicht unterkriegen.

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