Ein berührender Kommentar

Liebe Anita,

da ich deinen tollen Beitrag im Kommentar nicht freischalten konnte – ist wohl ein seltsames technisches Problem, da es bei allen anderen funktioniert (!) – werde ich durch deine Erlaubnis, ihn in einem eigenen Blogbeitrag veröffentlichen!

Viele Menschen in Europa haben keine Ahnung von der bewegten Geschichte unseres Landes. Denn es betraf so viele Südtiroler und die Wunden, die dadurch entstanden sind, reichen in unsere Gegenwart hinein. Eine tiefe Sehnsucht nach Heimat ist ein Zeichen davon.

Vielen Dank, liebe Anita, dass du mich teilhaben lässt!

Hier nun Anitas Geschichte:

Liebe Michaela,
heute bin ich beim Stöbern auf Facebook auf Deinen Blog aufmerksam geworden, dank dem schlechten Wetter bei uns. Wir wohnen im Allgäu, Landkreis Lindau.
Warum wurde ich von Deinem Blog magisch angezogen?
Ich, Anita bin Deutsche, mein Mann kommt aus Südtirol. Dein Bericht über Deine Tätigkeit, hat mich bewogen zu schreiben.
Mein Schwiegervater war Jahrgang 1929, geboren und aufgewachsen z.T. in Kaltern und Eppan.
Anfang der 60 er Jahre, mein Mann ist 1955 geboren, hat der Vater den Entschluss gefasst, nach Deutschland zu gehen, weil er für sich und seine Familie keine Perspektive mehr gesehen hat.
Zum damaligen Zeitpunkt hat die Familie am Nonsberg, Nähe Fondo, gelebt. Mein Mann und seine Geschwister haben die italienische Schule besucht und sie hatten kein einfaches Leben. Der Vater verdiente den Lebensunterhalt mit Gelegenheitsarbeiten, was vorne und hinten nicht ausreichte. Also ist er 1964 erst Mal alleine nach Deutschland ins Allgäu, die Familie 1966.
Wir haben uns 1978 kennen gelernt, 1979 geheiratet. Da bin ich das erste Mal nach Südtirol gekommen, damals fast noch eine Tagesreise über den Reschen. Ich war 20. Mein Mann wäre damals sehr gerne wieder heim gegangen, nach Südtirol, aber ich wusste damals nicht viel anzufangen mit Südtirol. Habe nicht Mal die Sprache richtig verstanden und mit 20 hatte ich noch andere Träume.
Dann sind unsere Kinder geboren und das Thema war erledigt.
Wir waren immer oft in Kaltern und Eppan, Grosseltern und Verwandte besuchen.
So ab 40 haben wir beschlossen, wenn wir in der Rente sind, dann gehen wir nach Südtirol. Mein Mann ist inzwischen inTeilrente und unser Traum in weite Ferne gerückt, denn mit unserer Rente können wir uns Südtirol nicht mehr leisten. Urlaub ja, aber ganz dort leben, unerschwinglich. Erstens, weil wir so niedrige Renten haben und zweitens, weil Wohnen in Südtirol so teuer ist.
Wir fragen uns immer wieder, wie das die Einheimischen machen.
Ich muss, glaube ich, nicht erwähnen, dass mein Herz in Südtirol ist. Bei jedem Besuch bleibt ein Stück davon im Unterland.
Weil Du über das Thema Geld geschrieben hast, war es mir jetzt ein Bedürfnis, das zu schreiben.
Denn es scheitert am Geld, dahin zu gehen, wo unser Herz ist.
Manchmal denke ich schon darüber nach, was wäre wenn….ich damals ,….aber bringt ja nichts.
Ich hoffe, ich habe Dich nicht gelangweilt und ich werde auf Deinem Blog von nun an öfters Mal vorbei schauen.
Weiterhin ein glückliches und gesundes Leben im Paradies
Alles Liebe von Anita“

Die Geschichte der Menschen aus Südtirol wird mich niemals langweilen, im Gegenteil: jede einzelne berührt mein Herz im Innersten. Wir sind Tiroler und gehörten einst zusammen.

So danke ich euch von Herzen, wenn ihr mich teilhaben lasst.

Ich wünsche euch allen eine schöne Zeit und dir Anita wünsch ich einen tollen Urlaub hier im schönen Unterland! Wer weiß, vielleicht sehen wir uns?

Freu mich immer über eure Rückmeldungen zum Beitrag und vielleicht hat jemand eine Idee, warum das Freischalten dieses Kommentars nicht funktionierte…

Das Herzbild stammt von Pixabay bereitgestellt von Pexels.com

 

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