Auf Schiene…

Endlich. Damit ich meine täglichen Zugfahrten günstiger nutzen kann, gibt es den Südtirol Pass. Mit der Bürgerkarte sei es gaaanz einfach. Sagt man. Also ich setze mich um 20 Uhr abends an den Computer und öffne das Paket mit dem Lesegerät. Siehe da ein Minibüchlein mit einer Grafik, die jedem Kinderbuch Ehre machen würde. Also gaaanz einfach…

Ok. Ich folge der genauen Anweisung im Büchlein. Jeder Schritt zwei Seiten – mini wohl bemerkt, aber zwei Seiten. Schritt eins: Programm für das Lesegerät herunterladen. Schritt zwei: Lesegerät anstecken und Karte einstecken. Schritt drei: Programm für die Bürgerkarte  im Bereich „Downloads“ herunterladen. So da wars dann soweit. ENDE. Keine „Downloads“ zu finden. Alles, was ich versuche endet wieder auf der Seite, wo man das Programm für das Lesegerät herunterladen kann…. Kennt ihr das Gefühl:AAAAAARRRRHHHHGGGG… ok ich bin ganz beherrscht, aber das Gefühl in meinem Bauch wird mehr und mehr. Da gesucht und dort gesucht. Nichts.

Irgendwann kam dann mein Schatz heim und er half mir ein bisschen. Ja, mhm.. also der Schritt drei ist für die Katz. Ist alles schon da gewesen. Wieso um alles in der Welt steht das dann in dem Kinderanleitungsminibüchlein überhaupt drin? Pffff.

Jedenfalls war es 22.15 Uhr als wir endlich den Südtirol Pass beantragt hatten. Dazwischen lagen mehrere Anläufe, ein Feststellen, dass es mit Mozilla Firefox ein Problem gibt, dann auf Internet Explorer gewechselt, der zeigt mir aber die Seite nicht, obwohl ich die Adresse eingab usw. usw. usw.

Aber um 22.15 Uhr wars dann erledigt. Halleluja. Die Karte wurde mir dann ein paar Tage später mit der Post zugeschickt und ich konnte sie telefonisch freischalten. Und gleich am nächsten Tag hab ich sie ausprobiert. Super – funktioniert einwandfrei.

Jeden Tag gehe ich zu Fuß zum Bahnhof, das sind ca. 2 km Entfernung. Da ich sonst viel zu wenig Bewegung habe, mache ich etwas für mich und die Umwelt. Nachhaltigkeit ist das Zauberwort. Allerdings ist der Heimweg bei ca. 30 Grad eine Herausforderung. Manchmal bleibt jemand stehen und nimmt mich mit – Leute aus dem Dorf oder der Umgebung. Liebe Menschen, die aus reinem Mitleid stehen bleiben, nehme ich an. Wenn ihr mich sehen könntet, wenn es so heiß ist, dann hättet ihr wohl auch Mitleid: zerzauste Haare, hochroter Kopf und überall drückt es mir den Schweiß heraus. Aber ich halte durch. Ich zieh das durch. Ich muss da durch. Ich schaffe das!

Ihr müsst wissen, dass ich immer die Gelegenheit hätte mit dem Citybus zu fahren… aber nein, ich nicht. Ich gehe zu Fuß! Es ist so schön die Umgebung und in der Früh ist es nicht heiß. Die Umgebung mit ihren wunderschönen Wein- und Obstanlagen, sowie der herrlichen Berglandschaft rundherum laden meine Augen direkt ein, sich zu laben an sattem Grün. In die Weite nach Norden zu blicken ist für meine Seele gut. Meine Augen dankens mir, denn durch die viele Schreibtisch- und Computerarbeit blickt man kaum noch in die Ferne. Dabei sind wir doch so gemacht: vorausschauend sind wir. Oder sollten wir sein. Früher war das überlebensnotwendig. Meinen Augen tut es gut. Auch meiner Seele.

Ja, aber wer in der Früh weggeht, muss am Abend wieder zurück. Ok. DAS ist eine Herausforderung, die mich echt viel Schweiß kostet, aber trotzdem will ich das durchziehen. Und dann bin ich stolz auf mich, weil ich in dieser Beziehung doch einen starken Willen habe.

Also bin ich auf Schiene: nachhaltig, weitblickend, sportlich und im Waggon natürlich auch…

 

 

2 Kommentare zu „Auf Schiene…

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