Von drauss vom Walde komm ich her….

es weihnachtet sehr….

Heute möchte ich euch etwas über mich persönlich erzählen, bzw. das was ich selbst bereits über mich herausgefunden habe.

Ich bin ein besonderer Mensch. Vor etwa tausend Jahren (haha.. Ironie: in meiner Jugend!) sagte mal jemand zu mir: „Du hast einen unglaublich edlen Gang! Du bist etwas ganz Besonderes!“ Ich lachte und erzählte einen Witz, den mal jemand über mich machte (heute würde man das wohl „Mobbing“ nennen) und diese Person sagte zu mir darauf: „Du bist so jung. Du siehst es nicht. Aber ich sehe das Besondere in dir. Glaub mir. Du BIST etwas Besonderes und du musst herausfinden, warum du hier auf Erden bist.“ DAS war echt beängstigend für mich. Wenn man bedenkt, dass ich nicht gerade die einfachste Familie hatte, in der ich auf diese Erde kam. Wenn man bedenkt, dass ich zu dieser Zeit im Gastgewerbe war. Wenn man bedenkt, dass mein Vater damals dagegen war, dass ich diese Lehre machen sollte und meine Mutter aber davon überzeugt war, dass es das Beste für mich ist, denn ich könnte mit diesem Beruf auf der ganzen Welt arbeiten. Ich könnte überall hingehen und arbeiten und überleben.

Beide hatten Recht. Beide wollten das Beste für mich. Mein Vater hasste die Gastronomie, weil Menschen – im besonderen Mädchen – missbraucht und ausgenutzt wurden. Dies war jedenfalls der allgemeine Kenntnisstand damals. Meine Mutter wollte, dass ich alle erdenklichen Chancen im Leben haben könnte. Denn Gymnasium bis zur Matura war damals für ein Mädchen nicht drin. Mein Vater war dagegen. Meine Mutter war hilflos. Also war es nur möglich, eine Lehre zu organisieren. Ich wäre soooo gerne Schneiderin geworden wie meine Mutter, die ich unglaublich bewunderte. Aber leider gab es keine Lehrstellen dafür. Also gab es eine Lehre in der Gastronomie. Ich hasste es. Ich war unglaublich traurig und verzweifelt. Mein Leben im Hotel war nichts als Horror für mich. Heute weiß ich warum: es gab intelektuell nichts, was mich ansprach. Mein Geist lag brach. Ich schuftete wie ein Krieger im Krieg ohne Ehre.

An Silvester arbeitete ich beispielsweise 19 Stunden am Stück, um nach nur drei Stunden wieder zu arbeiten. Der Körper schmerzt und man glaubt die Füße verbrennen, aber du musst wieder aufstehen und wieder arbeiten und funktionieren. Dann war noch das Problem der Führung: es gab einen Chef, eine Chefin und einen Geschäftsführer. Der Chef war unantastbar, aber die Chefin und der Geschäftsführer buhlten ständig um den zweiten Führungsplatz und ich geriet mitten in die Fronten. Bis ich es nicht mehr ertrug. Wenn da nicht mein Vater gewesen wäre, der mich fertig machte, weil ich eine Pillenschachtel mit 16 in meinem Nachtkästchen hatte, die er entdeckte. Warum auch immer. Es war Zwischensaison im Herbst und vielleicht hatte ich sie auf dem Nachttisch liegen gelassen, oder ich hatte sie in die Küche mitgenommen, um Wasser zu holen und sie einzunehmen und ich hab sie dort vergessen. Ich konnte mich nicht erinnern. Denn als ich am Nachmittag heimkam von Freunden, knallte er sie mir vor die Nase und sagte nur ein Wort:“Hure“.

Das passierte in der Zwischensaison im Herbst, nachdem ich im August meine Lehre begann und zweimal versuchte die Lehre hinzuwerfen, was meine Mutter nicht erlauben wollte. Einmal versteckte ich mich daheim in meinem Zimmer, aber leider entdeckte mich meine Mutter und schickte mich wieder ins Hotel. Als Mädchen, schüchtern und ängstlich, war man ein geeignetes Opfer für alle möglichen demütigenden Handlungen von Mitarbeitern. Besonders Oberkellner und Köche waren daran beteiligt. Nicht vor Zeugen. Aber ich fühlte mich ausgeliefert. Also beschloss ich, dass ich mich schützen musste. Ich konnte sogar meine Mutter überzeugen. So bekam ich die Pille.

Darum war es schwer die Stelle aufzugeben und etwas Neues zu suchen. Mama und Papa hatten da einen kleine Machtkampf am Laufen und ich war die Prämie.

Ich liebe meine Eltern heute noch. Und es geht nicht darum, dass sie mir etwas Schlechtes wollten. Es war nur eine sehr ungute Zeit mit unguten Situationen und noch viel mehr anderem Schlechten. Und genau in dieser Zeit sagte man mir:“Du bist etwas Besonderes!“ Wie hätte ich das glauben können? Wie hätte ich auch nur einen Augenblick mit meinen 16 Jahren das in Erwägung ziehen können? Der Betrieb sah mich als Arbeitstier, das zu funktionieren hat (unabhängig vom ständigen Machtkampf der Chefin und des Geschäftsführers). Die älteren Männer sahen mich als Freiwild. Mein Vater meinte ich sei eine Hure…. usw. Jeder in meiner damaligen Situation sah in mir nur ein Objekt.

Dann war da ein Mensch, der mich kaum kannte. Diese tolle Frau sagte also: „Du hast einen unglaublich edlen Gang! Du bist etwas ganz Besonderes!“ „Du bist so jung. Du siehst es nicht. Aber ich sehe das Besondere in dir. Glaub mir. Du BIST etwas Besonderes und du musst herausfinden, warum du hier auf Erden bist.“

Diese Frau war für mich Weihnachten. Diese Frau sah in mir einen besonderen Menschen. Diese Frau sah mich als Mensch und nicht als Objekt.

Warum ich das erzähle. Es ist mir ein bisschen peinlich, aber ich sehe heute so viele Menschen, die nur als Objekt gesehen werden. Sie werden benutzt, missbraucht und dann weggeworfen. Es ist so schlimm geworden, dass viele anfangen, sich an das zu gewöhnen und diese jungen Leute glauben daran, dass sie nur Objekte sind und nichts wert, nichts Besonderes. Damit beginnt der Kreislauf der Selbstmissachtung und des negativen Teufelskreises der Ablehnung und des Versuchs sich selbst zu beruhigen – oft mit Alkohol oder Drogen….

Mir erschien damals ein menschlicher Engel, der mir diese Worte sagte. Ich habe sie nie vergessen – nicht nur das: ich hielt mich wie eine Ertrinkende an einem Strohhalm fest. Und das hat mich gerettet. Diese Worte haben mir geholfen. Sie trugen mich über so viel Schmach und Demütigung! Leider weiß ich nicht wo diese Frau heute ist und ob sie überhaupt noch lebt. Ich würde ihr gerne danken.

Also ich möchte euch nur sagen: Worte sind manchmal leer. Manchmal schwer. Manchmal verstörend. Manchmal mörderisch. Aber ab und zu sind sie Lebensretter. Eure und meine Worte haben Gewicht. Wir können uns entscheiden, wie wir sie verwenden. Wollen wir verstören? Oder leere Sachen von uns geben? Wollen wir nicht viel mehr Leben retten?

DAS ist das weihnachtliche Gefühl, als ich in meiner alten Heimat im Winterwonderland spazieren ging. Diese lebensrettenden Worte in meiner Erinnerung waren für mich Weihnachten. Der Retter wird geboren. In einem Stall. Unscheinbar. Ungewünscht. Fast vergessen. Er wird geboren und wird ALLES ändern. Er hat uns nicht vergessen. Er wurde selbst genug gedemütigt. Er wurde gehasst und verfolgt. Er ist einzigartig. Niemand ist wie er. Und manchmal verwendet er unseren Mund, um ein Leben zu retten. Heute weiß ich sicher: aus dieser tollen Frau sprach Christus selbst zu mir.

Heute weiß ich es genau: ich bin etwas Besonderes. Einzigartig. So wie du auch. Es gibt mich und dich nur ein einziges Mal auf dieser Welt. Deine und meine Füsse wandern nur einmal über den Erdengrund. Wir sind einzigartig. Wertvoll. Besonders. Wir sind gewollt und geliebt. Selbst wenn niemand dich liebt, es gibt da jemanden, der es tut. Er kam in einem Stall zur Welt. Er wandelte nur ein einziges Mal auf Erden. Er wurde gehasst und abgelehnt. Aber er liebt dich und mich. Heute und für immer.

Genießt noch die Zeit bis zum Weihnachtsfest und bitte, sagt einander tolle, schöne und wunderbar aufbauende Worte. Hass und Bösartigkeit gibt es schon genug auf der Welt.

Ich versuche mich bald wieder zu melden. Passt auf euch auf und genießt jeden Moment mit euren Lieben.

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